Das Arbeiten am Straßenrand oder mitten auf der Fahrbahn ist eine der stressigsten und gefährlichsten Tätigkeiten im Bausektor. Zwischen Autos, die haarscharf am Arbeitsbereich vorbeirasen, durch ihr Handy abgelenkten Autofahrern und Geschwindigkeitsüberschreitungen besteht ständig das Risiko, angefahren zu werden.
Viel zu oft neigt man zu der Annahme, dass hohe Sicherheit und strenge Kontrollen nur für riesige Autobahnbaustellen gelten. Das ist ein großer Irrtum. Die Regeln ändern sich, damit jeder Arbeiter, unabhängig von seiner Baustelle, auf die gleiche Weise geschützt ist.
Kleine Straßen und lokale Verkehrswege im Visier
Die Statistiken lügen nicht: Oft schleicht sich die Gefahr auf kleineren Baustellen ein, sei es aus Gewohnheit oder aus Platzmangel. Aus diesem Grund werden die Sensibilisierungskampagne und die Sicherheitskontrollen offiziell ausgeweitet:
Null Toleranz auf Gemeinde- und Provinzstraßen: Die Arbeitsinspektoren und Sicherheitsausschüsse konzentrieren sich nicht mehr nur auf die Hauptverkehrsachsen. Sie kontrollieren nun auch lokale Straßenbaustellen, das Verlegen von Versorgungsleitungen (Glasfaser, Wasserleitungen) und Gehwegreparaturen ganz genau.
Was kontrolliert wird: Die Kontrollen konzentrieren sich vorrangig auf die Qualität der temporären Beschilderung, die Lichtbaken, das Vorhandensein stabiler physischer Barrieren zur Trennung der Baustelle vom Verkehr und das obligatorische Tragen von hochsichtbarer Arbeitskleidung (Klasse 3) in Neonfarben.
Ihre Rechte bei Gefahr durch den Verkehr
Wenn Sie im Straßenbau arbeiten, darf Ihre Sicherheit niemals eine Option oder eine Ersparnis für den Chef sein. Das Branchenabkommen und die Gesetzgebung zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz schreiben strenge Regeln vor:
Die Beschilderung muss einwandfrei sein: Sie muss aufgestellt werden, bevor der erste Arbeiter aus dem Transporter steigt, und muss von weitem sichtbar sein, damit die Autofahrer rechtzeitig abbremsen.
Das richtige Material: Der Chef muss geeignete Schutzbarrieren, saubere (reflektierende) Leitkegel und konforme Schilder bereitstellen.
Das Recht auf Arbeitsniederlegung: Wenn keine Beschilderung vorhanden ist und die Autos mit 90 km/h in 20 Zentimetern Entfernung an Ihrem Rücken vorbeirasen, ohne dass ein Schutz vorhanden ist, stellt die Situation eine schwere und unmittelbare Gefahr für Ihr Leben dar. Sie haben das Recht, die Arbeit einzustellen und zu verlangen, dass der Bereich gesichert wird.
🛑 Tipp: Gehen Sie keine unnötigen Risiken ein, um schneller fertig zu werden. Wenn ein Autofahrer die Durchfahrt erzwingt oder wenn Ihnen die vom Unternehmen eingerichtete Beschilderung unzureichend erscheint, um Sie vor den Autos zu schützen, warten Sie nicht auf ein Unglück. Melden Sie dies sofort Ihrem Bauleiter oder wenden Sie sich an Ihren Gewerkschaftsvertreter, damit die obligatorischen Sicherheitsregeln durchgesetzt werden. Keine Baustelle ist es wert, angefahren zu werden.